26 | 02 | 2024

Wetter. Auf dem Striezelmarkt in Dresden wurde im Dezember 2013 weniger Glühwein verkauft. Die Tagestemperaturen schafften es an keinem Tag auf Frosttemperaturen und die durchschnittliche Tagestemperatur nur an einem Tag unter Null Grad Celsius. Im Januar 2014 hatten wir nur an acht Tagen Frost am Tage. Im Februar gab es keine Tagesfröste und 10 Tage mit Höchsttemperaturen uber zehn Grad Celsius. Diese Tendenz setzte sich im März mit noch höheren Temperaturen fort. Von Dezember 2013 bis März 2014 fielen folgende Niederschläge: 35, 31, 10 und 29 Liter. Der Winter war damit deutlich zu warm und vor allem zu trocken.

Der April brachte uns bereits elf Tage jenseits der 20 °C und wieder nur 32 Liter Niederschlag. Im Mai gab es die ersten sechs Sommertage mit über 25 °C und 94 Liter Niederschlag, welcher das Defizit aber nicht ausgleichen konnte. Vom 7. bis 10. Juni hatten wir vier Tage mit über 30 °C . Insgesamt war der Juni aber kühl und mit 29 Liter wieder zu trocken. Der Juli war hochsommerlich warm und brachte mit 122 Liter Regen einen gewissen Ausgleich. Die ersten zehn Tage im August waren wieder hochsommerlich, dann stiegen die Temperaturen eher selten über 20 °C. 89 Liter Niederschlag konnten das Jahresdefizit ausgleichen. Die Septembertemperaturen waren etwas zu warm. Es fielen 91 Liter Niederschlag. Von Juli bis September fielen somit 302 Liter Regen, welches 50 Prozent des durchschnittlichen Niederschlages im Jahr entspricht. Im September waren es 21 Tage mit Niederschlag.
 
Vegetation. Die warme Witterung ab Weihnachten 2013 führte dazu, daß die Graslilien im Neujahr anfingen, aus der Erde auszutreiben. Die ersten grünen Spitzen waren großflächig zu sehen. Der frühe Austrieb der Reben Anfang April erhöhte die Gefahr von Frostschäden. Spätfröste gab es dann in den Nächten vom 16. zum 17. April und vom 3. zum 4. Mai. Der Weinberg am Lingnerschloss ist von Frostschäden verschont geblieben. Aufgrund des zeitigen und warmen Frühjahr begann das Knospenschwellen Mitte April. An den Mauern waren auch schon die ersten grünen Blätter sichtbar. Der ergiebige Regen im Mai förderte das Wachstum der Triebe stark. Die Blüte ab 20. Juni verlief aufgrund des geringen Niederschlages sehr gut, welches ein ertragreiches Jahr in Aussicht stellte. Die Niederschläge und Temperaturen im Juli unterstützten diese Erwartung. In der ersten Augustwoche begannen die Beeren zu reifen. Der Vegetationsvorsprung zu diesem Zeitpunkt entsprach etwa zwei Wochen. Der Witterungsverlauf ab Mitte August macht diesem Trend ein Ende. Kühle Temperaturen, wenig Sonnenstunden und ständige Niederschläge stoppten die Einlagerung von Zucker in die Beeren. Ende August lautern die Beeren, sie werden weich. Die ständigen Niederschläge führten dazu, daß die Beeren übermäßig Wasser aufnahmen und teilweise platzten. Dies ist der Nährboden für Fäulnis, welche dann im September auch massiv aufgetreten ist. Fäulnis an sich ist jetzt nicht schlecht, wenn sie auch aus heutiger Sicht nicht erwünscht ist. Fäulnis zu diesem Zeitpunkt mit dem Vorhandensein von Essigfliegen führen aber zu Essigfäule und nicht zu der gewünschten bzw. tolerierten Edelfäule, Botrytis.
 
Befallsdruck. Die reichlichen Niederschläge im Juli und August sorgten für hohen Befallsdruck durch Peronospora und Oidium, den wir alllerdings mit geeigneten Pflanzenschutzmaßnahmen sehr gut im Griff hatten. Laubwand, Gescheine und Trauben blieben gesund. Befall mit Milben ist kaum aufgetreten. Probleme mit der Kirschessigfliege hatten wir noch nicht.
 
Lese. Aufgrund der Problematik Fäulnis begann die Lese bereits am 13. September mit dem Müller-Thurgau und war am 8. Oktober mit dem Riesling abgeschlossen. Die Lese gestaltete sich schwierig und aufwendig. Essigfäule war bei allen Rebsorten präsent und erfordete den Lesekräften viel Kompetenz ab.  Aufgrund der Wasseraufnahme der Beeren konnten die Mostgewichte im September nicht nennenswert zulegen. Aus der aussichtsreichen Ernteerwartung wurde bei uns und wahrscheinlich im gesamten Dresdner Raum eine sehr kleine Ernte. Kerner am 20.9. (85 °Oe), Grauburgunder am 23.9. (75 °Oe), Riesling am 8.10. (88 °Oe)
 
Der Oktober und November waren wieder zu warm. Der Niederschlag im Oktober lag etwas über dem Durchschnitt. Im November fiel deutlich zu wenig Niederschlag.

Bildergalerie 2014

  • Weinberg20140017 Reihen Junganlage - Pflanzjahr bis 3. Standjahr
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